Straches Bombe

Die Bombe – Ausnahmezustand in Österreich

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe – ein 2017 heimlich aufgenommenes kompromittierendes Video mit Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus lässt die Linken jubilieren und die österreichische Regierungskoalition innerhalb von Stunden kollabieren. Neuwahlen stehen an.

Aber der Reihe nach, was genau ist passiert? Strache wurde 2017 in eine offenbar perfekt inszenierte Falle gelockt, verdeckt gefilmt und hat dabei (zugegebenermaßen) fragwürdige Strategien diskutiert. Mit dabei war die angebliche Nichte eines stinkreichen russischen Oligarchen, die mit der Aussicht auf Vorteilsgewährungen vorgab bereit zu sein, sich für die FPÖ zu engagieren. Der gemeinsame Abend, an dem auch viel Akohol geflossen sein soll, entwickelte sich über viele Stunden zu einem regen Austausch über mögliche Strategien zur illegalen Parteienfinanzierung, der Umgestaltung des ORF, Vergabe von öffentlichen Bauaufträgen und der Übernahme einer großen österreichischen Tageszeitung.

Am besten schaut sich jeder Interessierte die im Internet verfügbaren Ausschnitte dieses Videos selbst mal an, und verschafft sich seinen eigenen Eindruck davon.

Was mir und vielen anderen Menschen natürlich sofort auffiel ist der scheinbar sorgfältig gewählte Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Videos. Es war nämlich schon länger bekannt, das es dieses Material gibt, scheinbar wollte man aber den größtmöglichen Schaden anrichten, und hat diese Bombe erst jetzt platzen lassen. Auch der Satiriker Jan Böhmermann hat schon einen Tag vor Veröffentlichung des Videos in seiner Sendung verlauten lassen: „Kann sein, dass morgen Österreich brennt“. Man kann davon ausgehen, dass er nicht der Einzige gewesen sein wird, der davon Kenntniss hatte.

Der rechten Bewegung hat Strache damit natürlich keinen großen Gefallen getan. Die Linken sehen darin den Beweis für ihre kruden Ideologien, und dass man den Rechten ohnehin nicht trauen darf. Meiner Meinung nach eine unberechtigte Pauschalisierung, aber Sie passt in diese verrückte Zeit, in der jeder mit einer vom linken Mainstream abweichenden Meinung von diesem sofort als Nazi oder Rechtsradikaler diffamiert wird. Was will man von solchen Menschen in so einer Situation denn auch Anderes erwarten als schadenfreudige Häme?

Sebastian Kurz hat in seiner Rede Neuwahlen angekündigt, und in einem Nebensatz auch auf die fragwürdige Enstehung des Videos hingewiesen. Ich werde diesen „Vorzeigedemokraten“ daran messen, wie ernsthaft er an der Aufklärung zur Herkunft diesem Video arbeiten wird. Wenn er Rechtsstaatlichkeit anmahnt, dann bitte auch in jede Richtung. Vielleicht werden wir noch alle sehr überrascht sein, welcher noch größere Skandal sich hinter diesem Husarenstück verbirgt. Ich hoffe das er den Urhebern gehörig um die Ohren fliegt.

Zur Ehrenrettung von Strache sei noch angemerkt, dass er keine der im Video zu sehenden Gedankenspiele tatsächlich umgesetzt hat. Es gab keine daraus resultierenden strafbaren Handlung. Er hat im Gegenteil mehrfach im Video angemahnt, dass sich alles immer im Rahmen der legalen rechtlichen Möglichkeiten abspielen muss. Der einzige wirkliche Fehler den er sich tatsächlich ankreiden lassen muß ist, dass er sich bei der Sache hat erwischen lassen. Denn alle jetzt so betroffen einherschauenden Politiker, egal von welcher Seite, wissen ganz genau, das Politik generell ein dreckiges Hurengeschäft ist. Das sollte sich jeder genau vor Augen halten, bevor er mit seinem Finger auf jemand anderes zeigt. Wie sagte schon eine recht prominente Persönlichkeit vor vielen hunderten Jahren: „Wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!“

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